Willkommen auf meiner privaten Webseite zum Thema

Solaranlagen

Über mich und meine Webseite

Im Jahr 2016 ließ ich auf dem Dach meines Einfamilienhauses eine Photovoltaikanlage errichten. Ich möchte Sie mit meiner Webseite zu den Kosten und der Wirtschaftlichkeit informieren.

Sollten Sie Fragen haben, so können Sie gerne auch direkt Kontakt mit mir aufnehmen.

Meine Solaranlage

Planung

Die Planung sollte immer das erste sein, wann man sich mit einer Solaranlage befasst. Schließlich muss zunächst eine sinnvolle Größe der Anlage ermittelt werden, um den Energiebedarf möglichst genau zu decken. Zwar kann man den zu viel erzeugten Strom in das Netz einspeisen, allerdings ist dies in der Kostenrechnung meist ein schlechtes Geschäft, aufgrund von geringen Vergütungssätzen.

Ich plante eine PV-Anlage für meine 4-köpfige Familie auf einem Einfamilienhaus. Das Dach hat eine Neigung von 25 Grad und ist nach Süden ausgerichtet. Den optimalen Wirkungsgrad können Solaranlagen in Deutschland übrigens bei einer Dachneigung von 30 bis 35 Grad und einer Ausrichtung nach Süden erreichen. In den Jahren vor der Anschaffung lag der Stromverbrauch bei maximal 4.500 kW pro Jahr. Da ich auch nicht von einem höheren Verbrauch in den Folgejahren ausging, rechnete ich damit, dass die Anlage genau diese Menge an Strom generieren müsste.

Der kWp

kWp steht für Kilowatt peak. Es handelt sich dabei um die durchschnittliche Leistung einer Solaranlage. Eine Anlage mit einer Herstellerangabe von 5 kWp sollte im Jahr also theoretisch 5.000 kWh Strom erzeugen. Allerdings handelt es sich bei dem angegebene kWp der Hersteller um einen genormten Wert. Man geht dabei von einer Sonneneinstrahlung von 1.000 Watt pro Quadratmeter aus. Dieser Wert wird in Deutschland allerdings nie erreicht. Deshalb weicht die tatsächliche Leistung einer Solaranlage auch deutlich von der Angabe des Herstellers ab. Dennoch bleibt es ein wichtiger Wert für die Planung und den Vergleich von PV-Anlagen. Denn alle Hersteller greifen auf diesen Wert zurück.

Wahl des Solarzellen-Typs

Derzeit findet man drei verschiedene Typen von Solarzellen auf deutschen Dächern. Diese unterscheiden sich sowohl im Wirkungsgrad als auch im Preis. Die folgende Tabelle soll einen kurzen Aufschluss darüber geben:

Monokristallin Polykristallin Dünnschicht
Wirkungsgrad 15-20% 12-16% 6-10%
Benötigte Dachfläche pro kWp ca. 6 m² ca. 8 m² ca. 16 m²
Kosten pro kWp (gesamte Anlage) ca. 1.900 € ca. 1.700 € ca. 1.500 €

Die Wahl des Solarzellen-Typs hängt also hauptsächlich von der zur Verfügung stehenden Dachfläche und dem gewählten Anbieter ab. Denn nicht jeder Anbieter verfügt über alle Typen. Ich empfehle Ihnen deshalb die Planung für alle drei Module vorzunehmen. Vielleicht können Sie dabei bereits einen Typ ausschließen, da zu wenig Dachfläche zur Verfügung steht.

Berechnung des benötigten kWp

Nun muss für die Berechnung vom kWh auf den kWp schließen. Dies gestaltet sich aber nicht so einfach wie gedacht. Zu berücksichtigen gilt es:

  • Wirkungsgrad je nach gewähltem Modultyp
  • Ausrichtung des Daches
  • Neigung des Daches
  • Regionale Unterschiede der Sonneneinstrahlung
  • Jährliche Schwankungen

Zumindest die ersten drei Punkte lassen sich gut berücksichtigen, indem man Vergleichsdaten von ähnlichen Anlagen auswertet. Die Seite SolarLog-Home.de sammelt Erträge von Solaranlagen aus ganz Deutschland. In meinem Fall kann man so vorgehen:

Ich lasse mir Anlagen aus Bremen oder dem nahen Umfeld anzeigen. Ich klicke die Anlagen durch und suche nach möglichst gleicher Ausrichtung des Daches und des Neigungswinkels. Auch die Angabe des Solarzellen-Typs ist entscheidend! Habe ich eine passende Anlage gefunden, klicke ich auf die Gesamtübersicht. Fährt man mit dem Mauszeiger nun über die Balken der einzelnen Jahre, so ist der Wert kWh/kWp ersichtlich. Dieser Wert ist für die weitere Berechnung entscheidend. Möchte ich nun noch die jährlichen Schwankungen etwas ausgleichen, so bestimme ich den Durchschnittswert über die letzten Jahre, falls die Anlage bereits länger in Betrieb ist. In meinem Fall beträgt der durchschnittliche Wert für eine Polykristallin-Anlage 834 kWh/kWp.

Die weitere Berechnung ist einfach: 4.500 / 834 = 5,39

Ich bräuchte also eine Polykristallin-Anlage von 6 kWp um meinen jährlichen Strombedarf zumindest theoretisch vollständig zu decken. Ohne einen Stromspeicher kann man von 30-40% Selbstversorgung ausgehen. Mehr dazu finden Sie unter Kosten.

Aus der Tabelle oben ist ersichtlich, dass eine Polykristallin-Anlage 8 Quadratmeter pro kWp benötigt. In meinem Fall würde die benötigte Dachfläche also 56 Quadratmeter betragen, was ziemlich genau meiner zur Verfügung stehenden Dachfläche entspricht.

Stromspeicher

Ein Stromspeicher bietet die Möglichkeit den erzeugten Strom auch dann zu verwenden, wenn er gerade nicht erzeugt wird, also beispielsweise nachts. Wenn man von 35 Prozent Selbstversorgung ausgeht, so muss man bei kleineren Anlagen einen großen Teil des Energiebedarfes zukaufen. Zwar erzeugt man an den Sonnentagen mehr Energie als verbraucht wird und verkauft diese Energie an den Netzbetreiber. Allerdings ist der Verkaufspreis deutlich niedriger als der Einkaufspreis. Es bleibt also immer ein Verlustgeschäft. Hier kann ein Stromspeicher helfen. Die zu viel erzeugte Energie wird einfach zwischengespeichert, statt sie zu verkaufen und anschließend wieder zu kaufen. Ob es sich lohnt einen Stromspeicher zu installieren, hängt von den Kosten und dem Platzangebot ab.

Wechselrichter

Heutzutage werden zur Energiespeicherung hauptsächlich Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt. Im Gegensatz zu den Blei-Batterien benötigen diese weniger Platz und es ist keine Belüftung des Raumes notwendig. Die Haltbarkeit ist mit ca. 15 Jahren vergleichsweise hoch.

Elektroauto an der Solaranlage

Ich selbst fahre einen Tesla. Wer das Auto zuhause lädt, der sollte natürlich auch diese Energie in den Verbrauch mit einberechnen. In meinen Fall ist der Verbrauch bereits in den jährlichen 4.500 kWh eingerechnet. Insgesamt mag dies wenig erscheinen, allerdings lade ich mein Fahrzeug hauptsächlich unterwegs und auf der Arbeit. Nur in Ausnahmefällen lade ich zuhause.

Um den Eigenverbrauch möglichst hoch zu halten, sollte man das E-Auto möglichst an Sonnentagen laden. Zudem sollte man den Ladestrom so wählen, dass der aktuelle Strom aus der Solaranlage genügt. Bei Tesla kann man den Ladestrom im Fahrzeug auswählen.

Intelligente Solarsteuerung

Inzwischen gibt es einige Systeme auf dem Markt, die eine intelligente Verteilung des Stroms ermöglichen. So wird beispielsweise das Elektroauto nur geladen, wenn gerade überschüssiger Strom zur Verfügung steht. Leider habe ich noch keine Erfahrungen zu diesen Systemen.

Kosten

Die Kosten und die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage spielen bei der Planung eine große Rolle. Aus reinen Umweltaspekten wird kaum jemand eine Anlage betreiben. Ich möchte Ihnen deshalb anhand meiner Kostenrechnung eine Hilfe zur Planung geben.

Sie sehen in den Tabellen rechts die einmaligen Anschaffungskosten, die jährlichen Nutzungskosten und die Ersparnis gegenüber dem Strombezug vom Energieversorger. Nach Abzug der Kosten bleibt demnach ein jährlicher Gewinn in Höhe von 716 Euro. Wenn man die Anschaffungskosten dem gegenüberstellt, so ergibt sich eine Amortisierung nach 14 Jahren. Oder anders ausgedrückt: Nach 20 Jahren hätte ich einen Gesamtgewinn in Höhe von 4.140 Euro. Bei dieser Rechnung sind allerdings keine Schwankungen der Energiepreise berücksichtigt. Die Einspeisevergütung ist immer über 20 Jahre garantiert und beträgt für Solaranlagen bis 10 kWp derzeit 0,122 € pro kWh.

In meinem Fall habe ich die Anlage mit 100 % Eigenkapital finanziert. Selbst wenn ich aber einen Kredit genommen hätte, so würde nach 20 Jahren immer noch ein Plus auf der Rechnung stehen.

Anschaffungskosten

Komponente Kosten
Solarmodule (Polykristallin, 6 kWp) 7.400 €
Wechselrichter 1.000 €
Montage, Anschluss, Verkabelung 1.780 €
Gesamt: 10.180 €

Jährliche Kosten

Komponente Kosten
Versicherung 90 €
Zählermiete 30 €
Rücklagen 60 €
Gesamt: 180 €

Jährliche Ersparnis

Komponente kWh Gewinn
Stromertrag 4.980 kWh -
Gesamter Stromverbrauch 4.463 kWh -
Eigenverbrauch 1.892 kWh -
Einspeisung ins Netz 3.088 kWh 377 €
Bezug vom Stromversorger 2.571 kWh -591 €
Vergleichskosten ohne Solaranlage 4.463 kWh 1.110 €
Gesamte Ersparnis: 896 €

Kosten und Wirtschaftlichkeit eines Stromspeichers

Ich hatte mich bei der Anschaffung gegen einen Stromspeicher entschieden. Bei der Planung sollte man ihn aber auch mal durchrechnen. In meinem Fall würde der Einsatz eines Stromspeichers so aussehen:

Die Anschaffungskosten für den Speicher auf Lithium-Ionen-Basis würde mich ca. 8.500 € kosten. Sollte ich es schaffen auf 100 % Eigenverbrauch zu kommen, so könnte ich immer noch zu viel erzeugten Strom im Wert von jährlich 63 Euro verkaufen. Außerdem würde ich jährlich 591 Euro einsparen, die ich derzeit vom Netzbetreiber beziehe. Macht also eine Ersparnis von jährlich 654 Euro. Allerdings gibt der Hersteller auf den Stromspeicher nur 10 Jahre Garantie. Nach diesen zehn Jahren wäre es für mich allerdings noch ein Verlustgeschäft. Man geht davon aus, dass Stromspeicher auf Lithium-Ionen-Basis ca. 15 Jahre halten. Wäre dies bei mir der Fall, würde ich mit einem Plus von 395 Euro nach 15 Jahren dastehen. Und dies nur im besten Fall bei 100 % Eigenverbrauch. Diese Investition war mir damals zu riskant. Zumal ich knapp 2.000 Euro Verlust gemacht hätte, falls der Speicher bereits nach 10 Jahren den Geist aufgibt.

Heute sind die Preise für Energiespeicher wieder etwas gesunken, sodass die Investition unter Umständen wieder Sinn ergibt. Ich empfehle Ihnen dies bei der Planung zu berücksichtigen. Als positiver Nebeneffekt bleibt natürlich der Aspekt völlig unabhängig von den Stromkonzernen zu sein.

Finanzierung und Fördermöglichkeiten

Wie ich bereits weiter oben erwähnt habe, habe ich meine Solaranlage mit 100 % Eigenkapital finanziert. Wer das nicht möchte, der kann auf unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten zurückgreifen.

kfW Kredit

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet unter dem Programm Erneuerbare Energien – Standard einen vergünstigten Kredit für die Anschaffung einer Solaranlage an. Den Kredit können sowohl Privatpersonen also auch Unternehmen in Anspruch nehmen. Je nach Bonität und Laufzeit greifen unterschiedliche Zinssätze. Der günstigste Satz liegt bei 1,16 % effektivem Jahreszins.

Mehr Informationen zu dem Programm gibt es auf der Webseite der kfW.

Spezielle Solarkredite

Inzwischen bieten viele Banken einen zugeschnittenen Kredit speziell für Solaranlagen an. Bei größeren Investitionen kann die Bank eine Eintragung ins Grundbuch fordern. Der Zinssatz liegt dann aber vergleichsweise niedrig.

Ich empfehle Ihnen sich zunächst mit Ihrer Hausbank über mögliche Kredite auszutauschen.

Regionale Förderprogramme

Einige Bundesländer, Landkreise und Städte bieten eigene Förderprogramme für Solaranlagen an. Bitte treten Sie zunächst mit Ihrer Stadt in Kontakt und erfragen Sie mögliche regionale Förderprogramme.

Anbieter

Neben vielen deutschen Anbietern von Solaranlagen existieren auch zahlreiche internationale Unternehmen. Gerade in den letzten Jahren drängen immer mehr chinesische Marken auf den deutschen Markt. Eine Liste aller Anbieter würde den Rahmen der Seite sprengen. Deshalb habe ich Ihnen hier nur die wichtigsten deutschen Anbieter aufgelistet:

Solarworld

Die Firma Solarworld stellt ausschließlich monokristalline Solarmodule her. Solarworld betreibt Produktionsstätten in Deutschland, Singapur und Afrika. Die Firma Solarworld musste im März 2018 Insolvenz anmelden.

Produktpalette

  • Monokristalline Solarmodule

Bauer Energiekonzepte

Die BAUER Energiekonzepte GmbH mit Sitz in Selzen vertreibt und installiert Photovoltaik-Module für Privat- und Gewerbekunden.

Produktpalette

  • Monokristalline Solarmodule
  • Polykristalline Solarmodule
  • Stromspeicher

IBC SOLAR

IBC SOLAR beitet fertige Solaranlagen für Privat- und Gewerbekunden an. Der Kauf erfolgt dabei immer über Partnerunternehmen.

Produktpalette

  • Monokristalline Solarmodule
  • Polykristalline Solarmodule
  • Stromspeicher

Interessante Zahlen und Fakten

Einspeisevergütung pro kWh

Datenquelle: Bundesnetzagentur

Solarleistung pro 1000 Einwohner im Jahr 2017